Digitale Markenwerte

Visibility im Netz: Wie Sichtbarkeit und Erfolg zusammenhängen

Was früher einmal die Gelben Seiten waren, ist heute in einem viel größeren Ausmaß das Netz. Wer gefunden werden möchte, muss Präsenz zeigen. Wer aber glaubt, es sei mit einer Homepage getan, irrt. Um die digitale Sichtbarkeit zu erhöhen, müssen mehr Instrumente in Bewegung gesetzt − und Geld in die Hand genommen werden.

Content Marketing ist einer der Begriffe, die in den letzten Jahren in aller Munde sind, wenn die Rede von Online-Präsenz ist. Dabei geht es nicht nur darum, eigene Produkte oder Dienstleistungen zu vermarkten, sondern auch das eigene Unternehmen und die eigene Marke.

Untersuchungen des Deutschen Marketing Verbands (DMV) haben jedoch ergeben, dass aktuell rund 60 Prozent der Unternehmen weniger als zehn Prozent ihres Gesamtbudgets für Content Marketing ausgeben. Das habe eine Befragung des DMV unter 400 Marketingverantwortlichen gezeigt.

Zugleich scheinen sich die Verantwortlichen der Tatsache bewusst zu sein, dass auf diesem Gebiet mehr passieren muss. Denn 62 beziehungsweise 53 Prozent der Befragten nannten „höhere Sichtbarkeit im Internet“ und „mehr Reichweite allgemein“ als Vorteile von Content Marketing. Viele wollen deswegen ihre Bemühungen ausbauen.

Unternehmen wollen Content Marketing forcieren

Auch Verbraucher halten Unternehmen für größtenteils unsichtbar

Bestätigen lässt sich dieser Befund auch durch den Blick von außen. Der „Own Business Study“ zufolge gaben drei Viertel der befragten Verbraucher an, dass sie kaum Werbung von selbstständigen Unternehmen sehen. Zwei Drittel sagten, dass selbstständige Unternehmen online nicht sichtbar seien. Zwangsläufig stellt sich an dieser Stelle die Frage, wie Unternehmen auf diese Weise gewährleisten wollen, dass ihre Marken wahrgenommen werden, ohne dass sie selbst präsent sind; von der Markenpositionierung ganz zu schweigen.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch den Trend, das Internet offensiv für die Schaffung einer digitalen Marke zu nutzen. Ein nützliches Instrument dafür ist die Homepage-Adresse. Der italienische Luxusautomobilhersteller Lamborghini etwa nutzt für die Vorstellung seiner neuen Modelle die Adresse www.life.lamborghini. „So haben nicht nur geladene Gäste vor Ort, sondern Interessierte und Fans auf der ganzen Welt die Gelegenheit, die Vorstellung eines neuen Sportflitzers live zu erleben“, fasst eine Studie zu Unternehmensmarken die Vorteile dieses Vorgehens treffend zusammen.

Brand Visibility: McDonald’s ganz vorne

Wie wichtig das Thema Sichtbarkeit wird, beweist auch die Existenz von Seiten wie „Brandwatch“. Sie hat sich angesehen, welche die 100 sichtbarsten Marken auf Twitter und Instagram sind. Die Analyse von 100 Millionen Bildern, die über den Zeitraum von zwei Monaten geteilt wurden, habe ergeben, dass McDonald’s durchschnittlich 889.710 Mal im Monat abgebildet wurde. Ein enormer Wert, der die Frage aufwirft, wie Unternehmen das Social Media-Verhalten der Verbraucher zu ihren Gunsten nutzen können, um noch sichtbarer zu sein.

Denn welche Maßnahme ist besser als Kunden, die kostenlos und freiwillig auf ihren Facebook- und Instagram-Accounts Bilder von ihren Besuchen in einem Restaurant posten, zig Gefällt mir-Daumen bekommen und damit indirekt die Reichweite des Unternehmens oder der Marke erhöhen? Weitsichtige Unternehmen haben die Bedeutung der Präsenz in Sozialen Medien längst wahrgenommen und bezahlen inzwischen Influencer, um unmittelbaren Einfluss auf die Visibility zu nehmen.